Beiträge vom Januar, 2010

Dieser Alpenrap…

Sonntag, 31. Januar 2010 19:49

Das Ahnl ist hip
es macht hep
ein Zahni wackli
das Ahnl unhappy
Geil old Manderl
will plötzlich dutzi
wie junge Wutzi
Bandscheibi klammt
oh verdammt
hellblaue Pilli
bewirkt starke Willy
Klosterfrau schlucki
Gedächtnis verrucki
Tattern is hip
tattern is ranzig
over & under
Sideboards & Schrankis

(Hans Moser’s  nuschelnder Kommentar “Waun da Heagott net wü, nutsd des goa nix, schrei net um…”)

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Dieses Schneeglück…

Samstag, 30. Januar 2010 20:16

Schneehund

Snowball

I made myself a snowball
As perfect as could be.
I thought I’d keep it as a pet
And let it sleep with me.
I made it some pajamas
And a pillow for its head.
Then last night it ran away,
But first it wet the bed.

(Shel Silverstein)

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Diese alten Bücher…

Freitag, 29. Januar 2010 22:18

die ich bei einem Wohnungsbrand retten würde. Eins davon ist von Urs Widmer, einem Schweizer – der Titel “Liebesnacht“.

In einem Haus, irgendwo in einer flachen Landschaft, sitzen  Freunde beisammen. Über die Felder kommt Egon gewandert und setzt sich zu ihnen. Alle trinken und erzählen sich wahnsinnig schöne Geschichten von den Lieben in ihrem Leben. (Klappentext)

Besonders Egon:

“Dann lernte ich wirklich eine Frau kennen. Sie war neunzehn und sprach mit der Abgebrühtheit einer weitaus Älteren, vielleicht, weil sie Hebamme war und aus Casablanca. Ein Opfer des Endes des Kolonialismus. Ich weiß nicht mehr, wie ich sie kennenlernte;  ich erinnere mich an den ersten Abend zu zweit, wo wir in einem dunklen Park saßen, einem Statuengarten eher, aus dessen Büschen und Bäumen die Pathétique von Tschaikowsky dröhnte. Wir saßen auf einer Steinbank und sprachen und sprachen.  [...]  und ihre Hände waren, während ich meine Leidenschaft in den Fahrtwind hinauschrie, überall und nirgendwo. Wir fuhren zum Meer und stürzten uns nackt ins Wasser (und das kam vielleicht sogar ihr kühn vor)”.

Genau, genau, ach Egon! Ich erinnre mich plötzlich, wie er und ich bei jedem Schritt auf Maikäfer traten, zu Hunderten lagen die Maikäfer unter den Bogenlampen. Wir zertraten Maikäfer, wir machten Ausfallschritte, wir wollten niemanden töten. Stundenlang, ohne Ziel, eilten wir. Das Wohin, so unwichtig.

Die kleinen braunen, knackenden Chitinkörperchen unter unseren Schritten. Ich balancierte auf meinen irrsinnig hohen Stöckeln; so hungrig waren wir nach – wonach? – Nach dem Unbekannten, wir wussten nicht wohin, eilten ziellos immer weiter – Lavendelduft im Mund, angeschwollene Lippen vom Küssen, diese große Sehnsucht nach Sex, Liebe, Literatur, neuer Musik, knusprigem Speck mitten in der Woche. – -  – Das Knacken der sich paarenden Maikäferflügel unter unseren Füßen, die Brombeeren  waren fast reif… “.

Danke Urs Widmer, freundlich-herzliche Grüße an Egon…

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Diese Süßwaren…

Mittwoch, 27. Januar 2010 19:12

Ich  mache mir nicht viel aus Süßigkeiten, was jedoch auf der Internationalen Süßwarenmesse in Köln an neuen, recht ausgefallene Süßigkeiten angeboten wird, haut mich um.

Merkwürdig klingende Schoko-Geschmacksrichtungen wie Kölnisch Wasser, Schokoladen-Sushi wurden kreiert; Schokoladen mit Pfefferminzblättern oder Bienenpollen sollen gegen Übermüdung und Übelkeit helfen. Außerdem gibt es Kaugummis in Form von Tennisbällen, Trüffel mit Biergeschmack oder Fruchtgummis in Form von Hühnerfüßen.

Auf Vivian’s Schokolade-Blog entdeckte ich amüsiert, daß der ziemlich füllige Dirk Bach, Vegetarier,  für shokomonk-Schokoladenriegel Werbung macht.
Der Hammer ist, dass eine Schokolade entwickelt wurde, die nicht dick macht, weil man sie inhaliert!

Schade, dass Kindern unter zwölf Jahren der Zutritt zur Messe nicht gestattet ist. Kinderwagen müssen ebenfalls zuhause bleiben, lediglich Säuglinge bis zu einem Jahr dürfen auf der Süßwarenmesse mit sich getragen werden…

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Dieses Glatteis…

Dienstag, 26. Januar 2010 21:36

Minus 7 Grad, nachts soll es noch kälter werden.  Mein Säckchen angeblich umwelt- bzw. auch tierfreundliches  Antirutschmittel, eine Art von kleinkörnigem Split, neigt sich dem Ende.

Im Getränkemarkt, kurz vor der Kasse  (dort wo ich das Säckchen vor drei Wochen kaufte) sind links Bündel mit exakt bündig geschnittenen Holzscheiten für den Kamin gestapelt, mittig ruhen etliche Klinikpackungen mit Sonnenblumenkernen für die hungernden Wintervögel. Das umwelt- bzw. auch tierfreundliche Antirutschmittel fehlt.

An seiner Stelle,  ganz rechts – sind jetzt mittelgroße Kartons mit Geschirrspülmaschinensalz gestapelt.

Was der mit Leib und Seele kochende Herr Wolfgang Siebeck wohl jetzt streut? Ich bewege mich aufs liebevoll-gehässige Glatteis und tippe auf…

Ja, ich schreibe es doch. Gourmetsalze?

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Diese Mode…

Montag, 25. Januar 2010 20:44

Blutrot und mit viel Drama haben die Haute-Couture- Schauen für Frühjahr/Sommer 2010 in Paris begonnen. Der Designer Josephus Thimister ließ sich am Sonntagabend in seiner ersten Couture-Kollektion nach jahrelanger Laufstegabstinenz vom Ersten Weltkrieg inspirieren. Zu schlicht geschnittenen Abendkleidern kombinierte er in Streifen geschnittene Silberfolie. Leuchtend rot schillerten paillettenbestickte Cocktailkleider, Armstulpen oder Kapuzenoberteile.

Thimister kombinierte Röcke zu abgerissenen Militärjacken. Verwischte deutsche Flaggenabzeichen auf den Entwürfen wirkten wie kurz vor der Schau noch übermalt. Motto: Üppigkeit und Blutvergiessen, z.B. ein luftiges Strickteil oder ein weisses Hemdchen mit roten Flecken

(Quelle: ( Frankfurter Rundschau online, 25.01.2010)

Merkzettel: Altkleidersack nach dem ausgeleierten oberschenkellangen Fledermauspulli aus den 80-ern durchforsten,  mit Rest von dunkelrotem Nagellack  Schriftzug “R > Roter Baron” auf der Brust auftragen.

Noch nicht militärisch genug. Ich werde meinem Mann seine heissgeliebte olivfarbene Bundeswehrunterhose abschwatzen, sie sehr heiß waschen und  im Trockner auf meine Größe einschrumpfen lassen! Fast perfekt, aber nur fast – dezent verwischte Flaggenzeichen  à la Josephus Thimister fehlen…

Meine guten Blechbuttons werde ich doch nicht auf dem Flohmarkt verhökert haben? Die würden mein militärisch angehauchtes Outfit pimpen. Der rote Leninkopf, die weisse Friedenstaube und der türkisfarbene Naturschützerbutton  “Seid gut zu Vögeln”.

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Dieser Winter…

Sonntag, 24. Januar 2010 21:05

dauert wieder viel zu lange.

Einer träumt von seinem  Motorrad

Eine erwägt neue Schminktechniken

Der Hund denkt  vielleicht an  Käse.

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Dieses Pastellbild…

Samstag, 23. Januar 2010 20:45

hat seit ein paar Jahren einen Ehrenplatz in unserer Wohnung.  Es hängt über der Essecke in unserer  Wohnküche, in der wir mit Freunden und Nachbarn sitzen, speisen, reden und auch gemütlich lesen und schweigen.

Das großformatige Bild hat ein Malerfreund aus Frankreich  für mich gemalt – nachdem ich mal vage äusserte “ich hätte so gerne ein Küchenbild, ich weiß zwar eigentlich nicht so genau, was da reinpasst…” Das Bild wurde genau richtig, passend wie -  na ja, wie vielleicht ein maßgeschneidertes Kleid?

Der Titel ist “Kompost” und erinnert  keinesfalls an Reste, Abfall oder Müll sondern viel mehr an Paul Gauguin’s üppige Südseemalereien.

Beim Ansehen fiel mir heute spontan dazu die warme, so anrührende Stimme von Israel Kamakawiwo’Ole ein – “Somewhere over the rainbow”.

Beim Zuhören fielen mir spontan ganz schmerzlich die  Menschen auf Haiti ein…

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In there Baurnstubn…

Dienstag, 19. Januar 2010 21:43

In there Baurnastubn
durt on there Sof,
do liegts at the Ruckn,
spreads de Haxn and the Händs,
ois wia wanns Wings warn,
far out and away
de Augn aufgrissn sogn,
ois obs  10 000 warn:
Take mi, take mi glei,
word net,
take mi, bring mi furt,
where differently,
where olles scheana is,
do off gher i you,
you completely alaan,
only Y.

I word and hesitate now
doan take is hoalt
into my Haend,
and think ma,
schoad that’s  a Stubenfliagn only is,
a doode nu dazua.

(Rosaa an Franzobel)

Und für heute auf die Nacht, eins meiner absoluten Lieblingsstücke,  ein liebevolles Angedenken an meine Altvorderen. Die aus der  Steiermark, meine Großmutter mit dem Samtbändchen um den Hals, den sie großzügig bepuderte bevor sie in die Oper ging mit meinem Großvater. Der dann nachsichtig drängte “Ännchen, komm schon, wir sind wieder zu spät.”

Der Juchitzer.

Für meine Freunde, Nachbarn, Mitmenschen, für all meine Lieben.

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Gesegnete Technik…

Sonntag, 17. Januar 2010 13:10

Eine Kirche in London hat Laptops, Blackberrys und Handys gesegnet. Die Geräte erhielten bei einem Gottesdienst in der St. Lawrence Jewry Church im Londoner Bankenviertel den göttlichen Segen, bestätigte die Kirche am 12. Januar 2010.
Etwa 80 Besucher hätten an der Zeremonie am 11. Januar 2010 teilgenommen. “Die Technologie ist unser tägliches Arbeitswerkzeug, und es ist die Technologie, die wir preisen sollten”, sagte der anglikanische Geistliche David Parrott nach Angaben britischer Medien. Zuvor hatte er noch dazu aufgerufen, die Telefone auf lautlos zu stellen. In der “Kirche 2.0″ lagen keine heiligen Reliquien auf dem Altar, sondern einige Laptops.

Während des Segens hielten die Gottesdienstteilnehmer ihre Blackberrys in die Luft. Parrott betonte, der Segen solle die Mitarbeiter der umliegenden Büros daran erinnern, dass Gottes Gnade sie auf verschiedenen Wegen erreichen könne. Der Bürgermeister der City of London, Nick Anstee, war ebenfalls anwesend. “Ich wurde gefragt, ob ich eine Nachricht während des Gottesdienstes bekommen habe”, erzählte er der Zeitung “The Times”. “Ich werde nachschauen, aber ich glaube nicht, dass der Liebe Gott sie geschickt hat.”
(Quelle 3sat. kulturzeit:News)

Auf “beichte.de” begrüßt eine computer-animierte Stimme aus der Konserve “im Namen des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes” all die, die gesündigt haben. In ein Textfeld kann die Beichte leicht vom Schreibtisch aus eingetippt werden, “über eine gesegnete IP” wird sie gen Himmel geschickt.

Ich gestehe hier öffentlich: Ich beneidete aufs Heftigste als Kind meine beste Freundin, eine Katholikin. Die ging wöchentlich in den Beichtstuhl, betete danach zur Buße ein paar Vaterunser, dann waren ihre schrecklichen Sünden vergeben und sie konnte geradeso wie vorher weitersündigen – ihren kleinen  Bruder schlagen, Äpfel klauen, Oma anlügen,  Sportuntericht schwänzen usw.

Und ich Sünderin? Oje-oje, ich verstieß bereits im zarten Kindesalter einmal wöchentlich gegen die 4. Hauptsünde, den NEID, meinen Neid auf die katholische Beichte …


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