Beiträge vom März, 2010

Autokino…

Mittwoch, 31. März 2010 21:30

… hörte bei einer Autofahrt WDR5. Ein Bericht über altmodische Autokinos. Seit 50 Jahren gibt es Autokinos in Deutschland, mit riesigen Leinwänden, 36 m breit und 15 m hoch. Falls es regnet solle man die Scheibenwischer auf Dauerbetrieb einschalten bzw. mit einer mitgebrachten rohen Kartoffelscheibe die Windschutzscheibe einreiben, damit ein klarer Blick auf die Riesenleinwand gewährleistet wäre.

Und ich war doch noch nie in einem Autokino, das ist ja schon fast peinlich In Köln-Porz gibt es noch ein Autokino, Eintritt bzw. Einfahrt für  € 6.-pro Augenpaar. Über Ostern läuft “Gesetz der Straße” Das enttäuscht mich, schade, ein Action-Film mit Richard Gere, Action an Ostern im Auto?

Mir wäre eher themenbezogen nach Leiden, Tragik, sein Kreuz tragen, nach “Die Brücken am Fluß” mit Clint Eastwood in seinem Pick-up. Aber das Ende wäre natürlich nicht tragisch, sondern eine Art Auferstehung bzw. eine Ausfahrt in einem pinkfarbigen Cadillac, Clint und ich, seine kleine Frau vom Lande. Und im Autoradio liefe dieser rhythmische Ländler

;)

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Diese fetten Steuern…

Dienstag, 30. März 2010 21:40

… eine neue Steuer auf ungesunde Nahrungsmittel, deren Einnahmen Gesundheitsprogrammen zugute kommen werden, wird Berichten von EurActiv Rumänien zufolge – im März 2010 in Rumänien eingeführt. Der Schritt scheint weltweit bisher einmalig zu sein. Die neue Steuer wird für juristische Personen fällig, die ungesunde Nahrungsmittel mit einem hohen Salz-, Fett- oder Zuckergehalt oder einem hohen Anteil von Zusatzstoffen herstellen, einführen oder verarbeiten. Im Einzelnen werden Fast-Food-Produkte besteuert sowie Produkte der Kuchen- und Süßwarenindustrie, wie Snacks, Kartoffelchips, Limos, Wasser und frisch abgefüllter Saft darf weiterhin unversteuert gesüffelt werden.

Da hüstle ich trocken, beklommen.  Diese fette Woge schwappt garantiert auch zu uns über, das wird bestimmt abgekupfert.  Ich seh es kommen. Mc’Donalds wird besteuert… Pizza-Hut wird besteuert… der Chinese wird besteuert, weil Pekingente süß-sauer sehr fettig ist… der Gyros-Mann wird besteuert, weil sein übereinandergeschichteter Fleischarm am Spieß ungesund ist… der günstige Bratwurststand vor’m Kaufhof, (die fette Thüringer für € 1.80 plus frischem Brötchen plus Senf bzw. Ketchup aus dem Kuheuterschlauch – so viel man drücken kann) wird besteuert… die süßen Quarkteilchen und der Hefplatz mit fetten Haselnüsschen und Rosinen … Kartoffelchips mit Knoblauchgeschmack von Aldi werden besteuert… das IKEA Frühstück mit zwei Scheibchen Räucherlachs plus Salami… Ich frage mich, ob wohl die molligen  Babies, die träge in ihren  tollen Bugaboo Cameleons (mit  24 Liter Untergestellablage – nur 9,3 KG Gewicht, umlegbaren Schiebebügeln  und 3 verschiedenen Sitzpositionen) lümmeln , mit ihren ungesunden Dauer-Apfelschorlefläschen  ebenfalls besteuert werden…

Na ja, kein Grund zur großen Verwunderung. Ich wollte  das nur mal so bemerkt haben…

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Diese Sommerszeit….

Montag, 29. März 2010 21:04

… diese eine Stunde Schlaf weniger macht Menschen schläfrig, sie gähnen, nicken danach ein, so wie heute Vormittag im Wartezimmer meiner Allergologin. Am Empfang gähnte die Arzthelferin und meinte “es kaaann heuuute etwas lääänger daaauern”. Es dauerte zwei Stunden.

Im gut besetzten Wartezimmer gähnte zuerst eine wunderschöne Inderin am Fenster. Danach gähnte ein türkischer Mann neben der Eingangstür, seine Frau tat ihm das zwei Sekunden später nach. Eine junge Mutter mit Baby guckten sich die Doppelgähner interessiert an, danach gähnte das Baby herzhaft, danach gab ihm die junge Mutter die Brust, daraufhin gähnte der türkische Mann nicht mehr. Danach gähnte die mittelschwangere Schwarzafrikanerin (sie hatte rasierte, zu einem hohen Bogen nachgezogene Augenbrauen). Eine eintretende weitere Patientin gähnte “Halloooo, guten Morgeeen” und ließ sich schwer erschöpft auf den Stuhl neben der jungen Mutter sinken. Als auch ich das Bedürfnis verspürte in der Gruppe zu gähnen wurde ich aufgerufen. Die Ärztin gähnte über meiner Krankenakte und meinte “..schuldigung, alles total o.k.”.

Als ich danach meinen Mantel vom Haken im Wartezimmer runternahm, mir der Taschenregenschirm dabei runterfiel, sagte ich zu den Anwesenden “…schuldigung”.  Keiner war mir gram wegen des Krachs. Der Türke, die schöne Inderin und auch das Baby waren eingenickt, ihren schläfrigen Atem habe ich immer noch im Ohr, so beruhigend.
Danach begrüßte mich zuhause mein Lieblingshund nicht. Er pennte auf dem Sofa, ich legte mich dazu, gähnend, nichts ist so schön wie im Rudel zu gähnen…

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Dieser Wurm…

Sonntag, 28. März 2010 20:37

… kein Regenwurm,  sondern die herrlich skurrilen Arbeiten des Österreichers Erwin Wurm, (Künstler des Jahres 2007) in der neuen Ausstellung “Liquid Reality” im Kunstmuseum Bonn  unterhielten mich gestern auf allerangenehmste Weise. (Wenn’s regnet muß man in ein Museum gehen, wo käme man denn hin, wenn man sich träge wie ein Regenwurm..)

Ich tat es, und sollte mich möglicherweise einbringen bei der Kunst,  z.B. sich auf ausgelegte gelbe Tennisbälle legen – und zwar so, dass kein Körperteil den Boden berührt und in dieser Stellung eine Minute verharren. So gerne hätte ich da mitgemacht, aber wohin mit meiner schwarzen Designerhandtasche während dieser einen Minute?

Später beneidete ich einen Vierjährigen, der absolut kein Handtaschenproblem hatte. Unbeschwert genoss er drei Ausstellungsobjekte des Erwin Wurm. Rollerte fröhlich quietschend unter den amüsierten Blicken des Museumsaufsehers auf Herrn Wurm’s Rollbrett, mit Herrn Wurm’s WC-ENTE in der Patschhand,  die weisse rechteckige Plastikhandtasche, (wahrscheinlich von Herrn Wurm’s  Ahnerl) hatte er sich praktischerweise  um den Hals gehängt!

Eine Informationsseite des Kunstmuseums, die ich beiläufig, so ganz in Gedanken einsteckte und heute in Ruhe mit Betroffenheit las, machte mir bewusst, dass ich die Ausstellung nicht mit dem nötigen Ernst genossen hatte; beschämt, betroffen las ich mehrmals folgende drei tiefsinnigen Sätze

“Demnach sind die Versuche des Menschen, sich als mündiges, selbstbestimmtes und frei handelndes Individuum zu entwerfen, eine Fiktion, die an der realen Unmöglichkeit des freien Willens schert. Konsequenterweise lautet so eine der philosophischen Handlungsanweisungen Wurms, den Atem anzuhalten und dabei an Spinoza zu denken. Die Aufforderung den Atem anzuhalten und dabei gerade an den Philosophen zu denken, der die Unmöglichkeit des freien Willens propagiert hatte, stellt das Ich vor die Zwickmühle, diese Tätigkeit entweder als Ausdruck des eigenen Willens zu begreifen und, konsequent weitergedacht, daran zugrunde zu gehen oder sich ihr zu verweigern, was wiederum kein Ausdruck des freien Willens, sondern lediglich schlichte Negation wäre (Raum B).

Sogar die Staubarbeiten in Raum H. hatten mich belustigt, ich hatte sogar möglichei Paralellen zu den Blütenstaubgläsern meines Landmanns Wolfgang Laib gezogen…

“Seinen reduziertesten Ausdruck erreicht Wurm in seinen Staubarbeiten (1990 – 1993) in denen die konsequent abwesenden Objekte allein durch eine feine Staubschicht imaginiert werden”.

P.S.:  Ollergnädigster Herr Wurm, meine Ahnerln stammen auch aus der Steiermark, also sind wir möglicherweise olde Verwondte, Sie sind mir ned bös, wenn ich an der folschen Stell glocht hob, göll? Nix für ungut, Sie hobn doch sölbst gsagt “Humor ist eine Waffe”.
In unserem Fall, hobe die Ehre, Herr Wurm. A ganz, a ganz unschuldigs kleins Wafferl,  a kloane Wassrpistol aus Plastik….

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Im Krankenhauswarteraum…

Freitag, 26. März 2010 15:32

… abgenutztes Linoleum, das von einer schwer schnaufenden, Kopftuch tragenden Frau nass gewischt wird – ein bleicher Greis, am Tropf hängend, eine zierliche chinesische Krankenschwester schiebt angestrengt, jedoch lächelnd sein Bett vor sich her,  der Arzt mit dem Bubengesicht, Krankenakten unter dem Arm – im Eilschritt,  eine verzweifelte Frauenstimme, die alle paar Minuten laut flehend “Mama” ruft, aus dem gegenüberliegenden Zimmer schmerzliches Stöhnen, danach das würgende Geräusch eines Menschen, der sich qualvoll übergibt, auf dem winzigen Resopaltischchen ein roter Plastiktulpenstrauß, daneben eine zerlesene “Bild der Frau”, daneben ordentlich aufeinandergestapelte Heftchen “Das hält den Darm gesund”!

Eine kleine, adrett gekleidete Frau führt fürsorglich, ganz behutsam ein auffallend hübsches junges Mädchen an der Hand. Das Mädchen, hochgewachsen, sehr schmal, den Kopf starr gen Himmel verdreht, die Gesichtszüge zu einem befremdlichen Dauergrinsen erstarrt, Beine und Arme spastisch zuckend.

Die alte Dame, am Resopaltischchen, mir gegenüber,  betrachtet betroffen das vorbei torkelnde Paar. Plötzlich streichelt sie in einer Gefühlsaufwaufwallung  zärtlich das Knie ihres Gatten, schenkt ihrem Mann einen innigen Blick, seufzt mit Kloß im Hals “ach, was gibt es doch für arme Menschen auf der Welt! Richard, was haben wir es doch gut, du darfst heute wieder nach Hause!”

Ihr übergewichtiger Mann im Rollstuhl, einarmig, der linke Ärmel seines gestreiften Polohemdes baumelt leer – wendet sich in diesem Moment zu mir, nickt zustimmend, blinzelt mich freundlich an  – mit einem Auge,  das leere linke Auge, wulstig vernarbt…

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Gierig…

Donnerstag, 25. März 2010 22:34

… suchte ich heute nach der kleinen Unterkunft in Südfrankreich, die so heimelig war. Erinnerung – die Besitzerin bot selbstgemachte Konfiture und Croissants in einem Innenhof an. So schön war das, sogar der Hund durfte mit, obwohl die Besitzerin eigentlich Hunde überhaupt nicht beherbergt.  Und einmal hatten wir ein Abendessen mit zwei sehr. sehr alten Ladies aus London mit schwarzem Humor… Erinnerung weg – nur noch ein Fetzen von “Chateau”.  Ich googlete und fand die Herberge nicht mehr, nur dies

… die Stoffe an Harmoniechaudes kommen sich schöne lackierte Möbel zusammen, daß man am Talent eines lokalen Tischlers muß.  An den heißen Stunden des Tages werden Sie zwischen einem erfrischenden Bad im Schwimmbad oder erholsamem Gesang der Heuschrecken im Kiefernwald unentschlossen sein. Um eine Ruhe zu schmecken, die gut am Rand des Schwimmbades oder im Schatten im Kiefernwald verdient wurde!

Wir verfügen über eine Fahrradgarage, und Ihnen als die weiteren Pasta dem Abendessen dienen werden, um Ihnen die Aufgabe zu vereinfachen. Sie werden willkommen ebenso wie alle professionellen Teams sein, die wir empfangen (Dauphiné Libérté, Tour französische usw….)

Zahlreiche Belebung während des Jahres: Ausstellungen, Brassens-Woche, Jazzfest, Frühling des Theaters der hohen Stadt, récital lyrischem, Fest der Suppen. Gierige Tage… … und wenn die Zeit Ihnen nicht gezählt wird, werden die Winzer glücklich sein, Sie in ihrer Gruft zu empfangen!

So was macht mich fertig. Gierige Tage, Heuschrecken, Kiefernwald, Fahrradgarage. Gruft… und keine Ahnung wie das Chateau hieß…


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Apropos Molche…

Mittwoch, 24. März 2010 21:24

… unser lieber Nachbarfreund erzählte mir lächelnd, dass er Mary & Co., also mehrere Molchweibchen auf der gemeinsamen Kellertreppe gefunden habe und sie danach in seinen kleinen Privatteich befördert hätte.Ziemlich verlegen gestand ich, dass wir ohne ihn vorher um Erlaubnis zu fragen – unsere Findlinge Albrecht, Bertolt und Caro ebenfalls dort zu Wasser gelassen hätten. Der Privatteichbesitzer reagierte weltmännisch mit einem lächelndem, charmantem  Nicht-dafür-Kopfschütteln.

So weit, so gut, aber wenn Albrecht und Mary sich zusammentun, der winzige Teich…

Da fällt mir wieder der Laich-Song ein If I laich here, if I just laich here

;>

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Molche…

Sonntag, 21. März 2010 21:18

… gestern wurde mir auf einer großen Männerhand ein winziges Lebewesen präsentiert, eine kleine Morgengabe, vielleicht der Frühlingsanfang? Falsch, ein kleiner, schwer atmender Teichmolch, der sich auf unsere Kellertreppe verirrt hatte. Wir nennen den Kleinen Albrecht und liessen ihn mit beruhigenden Worten im nah gelegenen Gartenteich, der durch eine Birke beschattet wird, zu Wasser.

Molche. Meine vernarbte Kindheitswunde brach jäh auf, wie gerne wäre ich  Salamander- und Krötenforscherin geworden! Dieser idealistische Berufswunsch wurde mir vor Jahren von meiner total unsensiblen Mutter nach einem angewiderten Blick in mein gefülltes Gurkenglas sofort vergällt “Von wegen Salamander! Das sind bloß Schwanzlurche,  widerliche Molche, mit so was kommst du mir nicht mehr nach Haus, bring diese sofort zurück, in ihren Tümpel, wo sie hingehören…!”

Diese unsensible, frühkindliche Kränkung führte dazu, dass ich beim Anblick von Lurchi-Heften in haltloses Schluchzen ausbrach. Da ich mein massives Lurchtrauma mit professioneller Hilfe verarbeitet habe, konnte ich ohne zu weinen bei Wikipedia forschen, um verspätet mehr über Molche zu erfahren. Zum Beispiel, dass der Teichmolch (Lissotriton vulgaris) es zum Lurch des Jahres 2010 geschafft hat!

... die  Laichzeit erstreckt sich von Ende März bis in den Mai, wenn die Wassertemperatur mindestens acht Grad Celsius beträgt. Im Wasser sind die Tiere sowohl tag- als auch nachtaktiv. Trifft ein Männchen im Gewässer auf ein Weibchen, beginnt es dieses zu beschnüffeln und präsentiert sich mit seiner Flanke, um ihre Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen. Gelingt dies, fängt das Männchen an, seinen Ruderschwanz nach vorne zu knicken und in Vibrationen zu versetzen. Bei diesen teilweise peitschenartigen Wedelbewegungen werden dem Weibchen Sexualduftstoffe zugefächelt…

wissbegierig forschte ich weiter,  googlete unter”Lustmolch”.
Bedeutungen: Umgangssprachlich, scherzhaft: Mann oder Frau, der oder die sich über das normale Maß hinaus geschlechtlichen Begierden hingibt.

Herkunft: Zusammensetzung aus den Substantiven Lust und Molch
Synonyme: Lüstling, Wüstling
Gegenwörter: Schlappschwanz, Pantoffelheld, Schüchterner, Sexmuffel
Oberbegriffe: Mann
Unterbegriffe: Spanner
Beispiele:  Dieser Lustmolch hat mir vorhin an den Hintern gefasst!
Charakteristische Wortkombinationen: alter Lustmolch, gemeiner Lustmolch, perverser Lustmolch, widerlicher Lustmolch.

Genug gegooglet.

Ich lasse die Molche, Molche sein und gedenke meiner sensiblen, klugen Mutter. Hallo, Mutti, unser Albrecht ist nicht mehr alleine! Seine Zwillingsbrüder Bertolt und Caro baten um Teichasyl…

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Diese Abscheu…

Freitag, 19. März 2010 22:50

Las “Mitten in Amerika” von Annie Proulx,  sie beschreibt Brom, einen Eigenbrötler, meinen Wahlverwandten…

... Brom konnte vieles nicht ausstehen, er verabscheute die “Trinkt Milch”-Kampagne, die Berühmtheiten mit geleerten Milchgläsern zeigte, ihre Oberlippe weiß, als tränken sie wie Tapire. Abgesehen von Flugzeugentführern verabscheute Brom die munteren Aufforderungen der Stewardessen, die Fenster zu verdunkeln, damit andere Passagiere amerikanische Filme der untersten Kategorie anschauen konnten. Er verabscheute Fernsehsendungen, in denen Tornadojäger quiekten “Ein Vierer!”.  Filme, in denen Leute beim Abschied mitten auf der Straße standen und winkten, Leute, die Nudeln zu weich kochten und parfümierte Frauen, die nach “stinkenden Tiersekreten” rochen…

Brom, ich stimme dir zu – bis auf die parfümierten Frauen. Neckische Tapirmilchbärtchen, Flugzeugentführer, munter säuselnde Stewardessen,  quiekende Tornadojäger, weichgekochte Nudeln sind absolut unakzeptabel. Brom, mir geht der Hut hoch bei in Plastikpelle eingeschweissten Salatgurken, läppischen Dick und Doof-Filmen, unerträglich und verabscheuenswürdigen doofen Hundebesitzern, die ihren wehrlosen Hunden neckische Nickitüchlein umbinden.

Die schieben wir gemeinsam  in’s Heim ab, nicht sofort.  Zuerst verdonnern wir sie dazu  unvorteilhafte Plastikkopfhörer aufzusetzen, danach setzenwir dies Doofen in öffentlichen Parks aus. Dort müssen sie  mit infernalisch lauten Saugblasern  Hundeexkremente von rechts nach links pushen! Genau, so machen wir das, Brom, bitte sag ja!

Apropos pushen, lieber Brom.  Das Schwarzkopf Volume Haarshampoon “got2b  Größenwahn” soll plattes Haar ganz doll aufzupushen, von wegen Volumen.  Mein hypersensibles Haar verabscheut “Größenwahn”, ist beleidigt, hängt lustlos durch – mit Gummibademütze habe ich sichtbar viel mehr Volumen am Kopf.

Ich muss dringend zu DM …  neues Shampoon, Hundekacktüten, Toilettenpapier, Deo … danach zu HIT – Kaffee, Nutella, Milch, Joghurt, Müsli, Kartoffeln, Obst, Zwiebeln, Salatgurke – Salatgurken in hautengen Kunststoffmäntelchen -  igitt…

Wocheneinkauf, die achte Plage… sicherlich lauert mir wieder dieser Carglass-Mann auf. Wenn ich völlig geschafft meinen vollbepackten, eiernden  Einkaufswagen zum Auto rolle, egal wo -  ob vor OBI, Metro, HIT – wer ist schon da, bei jedem Wetter?

Na ER, der Oberhirte der Autoscheiben, der Müsli-Mann, quatsch, was bin ich durcheinander – der Carglass Mann.

Stirnrunzelnd streichelt der  meine prima aussehende Autofrontscheibe, seine Mundwinkel so traurig, die Stirn so sorgenvoll, sein Mantra murmelnd

“Hunderte, wenn nicht  tausende Mikrorisse, Steinschlag, das hat üble Folgen… Sie fahren da so völlig nichtsahnend  auf einer kleinen Landstraße mitten in Deutschland, Südfrankreich oder mitten in der Toskana – und dann? Dann passiert es.  Aus heiterem Himmel platzt, zerbricht Ihre scheinbar intakte Scheibe, zersplittert, das kann übelst enden, kein ADAC weit und breit … üble, ganz übel entstellende  Schnittwunden im Gesicht…”

Jetzt habe ich mich in Rage geschrieben, der lange, eiskalte Winter hat mich verändert, ich bin eine kleine, fiese Misanthropin, deren Puls zu hoch ist,  ich brauche Hilfe, Ruhe, Transparenz – wie heisst noch mal dieser hilfsbereite Mensch, der  pure Zufriedenheit verspricht, sein Name wie ‘ne Autovermietung – war das Hertz, Europcar?

Nein, AVIS! Der faire Marcell D’Avis, die Mensch gewordene neueste Innovation von 1 + 1, der neue Leiter für Kundenzufriedenheit wird’s schon richten… bin frühjahrsmüde, guten Abend gute Nacht, mit Rosen bedacht, mit Näglein besteckt, schlupf unter die Deck, morgen früh, wenn Marcell will  – werd ich wieder gewe…

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Trüber März…

Montag, 15. März 2010 20:37

Urahne, Großmutter und Kind
im UVA-Licht versammelt sind
sie lümmeln auf der Sonnenbank
still träumend von ‘nem Schattenmann
Urahn, Großvater &  Enkel
derweil im Chat mit Balzgeplänkel
So guckt ein jeder in die Röhre
den heiligen Schein bloß niemand störe…

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