Beiträge vom Dezember, 2010

Lieblingsgerichte der Deutschen an Heiligabend

Sonntag, 26. Dezember 2010 16:27

Platz 5:  Käseraclette
Platz 4:  Lachsfilet, geräuchert oder gedünstet
Platz 3:  Roastbeef bzw. Rindersteaks
Platz 2:  Gänsebraten
Platz 1:  Kartoffelsalat mit Würstchen

Wir befanden uns an Heiligabend mit auf Platz 1,  am 1. Weihnachtstag auf Platz 2.

Unsere hatte ein kleines Zertifikat an der Halsöffnung

Dithmarscher Gänse sind nur echt mit der Nummer, Gans Nr. 03848 wurde in 25722  Gudendorf-Dithmarschen ausgebrütet, aufgezogen von Landwirt Hans-Dieter Kuke in  Negernbötel/Stüff.

Unsere Gänse werden im Trockenrupfverfahren geschlachtet. Dieses Verfahren ist von hohem manuellen Aufwand geprägt und ist vergleichbar mit alt herkömmlichen, über Generationen angewandten “Gänseschlachten auf traditionellen Bauernhöfen”. Bei diesem Schlachtverfahren wird kein Fremdwasser vom Tier aufgenommen.

Fremdwasser hatte Nr. 03848 nicht aufgenommen, aber Fett, Fett, Fett. 5 Stunden Bratzeit, zwei Töpfchen mit Gänseschmalz ausgelassen und noch immer fett.
Ich beteure hier öffentlich “Das war die letzte Gans, eine weitere wird von mir nicht ins Rohr gebracht & Landwirt Hans-Dieter Kuke in Negernbötel/Stüff bekommt von mir keinen freundlichen  Weihnachtsgruß!!

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Feurige Weihnachten…

Freitag, 24. Dezember 2010 20:42

… natürlich auf einem Bärenfell vor dem Kamin – wünschen Rosaa, der Mitringer & Hund Rüdiger.

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Gestern, 2 Tage vor Heiligabend…

Donnerstag, 23. Dezember 2010 21:36

… sagte ich meinen “bitte-nur-im-Nacken-etwas-kürzer-Friseurtermin”  wegen Hexenschuß ab.  Das vereiste Garagentor an dem ich heftig rüttelte war daran schuld.

Morgens sprang mir ein Perlenohrring beim Kämmen weg – und verschwand im Nirwana. Danach trat ich schusselig in den vollgefüllten Wassernapf von Rüdiger, danach zerschnitt ich eine Tablette gegen Hexenschuß in zwei Teile – auch diese verschwand im Nirwana, danach fuhr ich schmerzbefreit Auto,  kaufte zwei  Gänsedaunendecken, die im Angebot waren plus eine 5 kg schwere Dithmarscher Weihnachtsgans (für den gleichen Betrag hätte ich noch eine Gänsedaunendecke für Rüdiger bekommen).

Am Abend “Forrest Gump” im TV,  und bei “das Leben ist wie eine Pralinenschachtel” zustimmend genickt; in den Werbepausen über Strohsterne, Lametta und familiäre Weihnachtsbräuche mit Mitringer geredet und dass die Filmmusik in Forrest Gump genau unsere wäre, denn was man derzeit höre wäre ja… ; wir beschlossen einstimmig nickend, gerne altmodisch zu sein, und gerne unwürdige Haartracht und Kleidung weiterhin zu tragen.

“Und nachts wenn das Haus leer ist, dann denke ich immer an Jenny” sagte Forrest Gump – und dann lief er immer weiter bis zum nächsten Ozean – und wenn er dort angekommen war,  lief er zum nächsten Ozean oder zur Richmond-Street -  und immer sind Millionenblitzer auf dem Wasser oder in der Wüste”…
Forrest sprach mir aus der Seele, voll Glück dachte ich an die Menschen, die ich lieben durfte und die bereits  in ihre Richmondstreet gingen und diejenigen Lieben, die glücklicherweise noch da sind – und so waren gestern Abend für mich Millionenblitzer auf dem Wasser – bzw. glückliche Bescherung…

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… noch drei Tage bis Heiligabend

Dienstag, 21. Dezember 2010 21:42

… der Schnee ist inzwischen 15 cm hoch,  umweltfreundliche Streumittel gab es bei OBI nur in 50 kg Säcken. Für den Briefträger, der die Eingangstreppe benutzen muß – streuten wir jodiertes Kochsalz. Als es alle war, Geschirrspülermaschinensalz, das Grobe.

Unsere Schneeschippe für € 14.99 ist ein Weichei, schubbert nur oberflächlich den Schnee weg. Darunter die Hölle, Glatteis! Glatteis! Wenn nun der freundliche Postbote oder der DHL-Bringer ein Weihnachtspäckchen, gar ein Paket von liebenden Freunden…

Auf der Suche nach der verlorenen Schneeschippe gehe ich heute früher schlafen, denn morgen früh, so Gott will – wird wieder geschippt…

;)

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Noch 5 Tage bis Heiligabend…

Sonntag, 19. Dezember 2010 22:25

… und ich war dieses Jahr schon wieder nicht auf dem Weihnachtsmarkt ,  keine gebrannten Mandeln, diese gewissen , so ganz speziellen Dezembermandeln in  kleinen spitzen Papiertütchen, in denen die letzte Mandel nicht essbar ist, weil sie festgeklebt ist…

Es schneit wie verrückt, heute am 4. Adventsonntag, etwas Rücken, das kenne ich schon, ach was, einfach tapfer ignorieren, Wärmflasche drauf und Fernsehen am späten Sonntagvormittag.   Vom Winde verweht.

Der alte Schinken mit Rhett Butler & Scarlett O`Hara. Mein Mann lächelt, da ich wie jedes Jahr kurz vor Weihnachten bei diesem Film die Dialoge voraussage.

… Scarlett, wieder mal, rebellisch, verwöhnt. Eigentlich unsympathisch, eine Egoistin, so vernarrt in ihren weichen Ashley und dann merkt sie zu spät, daß der Rhett, der Einzelgänger, der mit Puff-Damen befreundet war, ihr einzig Richtiger war -  der Film regt mich immer wieder auf.

Und als sie merkte, die Scarlett, daß  ihr ganzes Leben, und der Krieg, und ihr einziges Kind, und der Rhett Butler sie verließen,und ihr ganzer Charme nichts mehr nützten, die grundgute Melanie an Herzensschwäche verstorben war, ihre getreue, von ihr verkannte Freundin,  die rechtmäßige Gattin ihres angebeteten Weicheis Ashley’s, die immer zu ihr gehalten hatte, obwohl Scarlett auf deren Ashley so scharf gewesen war – dann wollte Vivien Leigh bzw. Scarlett wieder nach Hause. Nach Tara. Tara.  Welch Klang. Tara. Ta-ra.

Danach musste ich was machen, was Handwerkliches wie Scarlett, die mit ihren zarten verwöhnten Händen einen Acker umgrub… also rührte ich auf der Ceramplatte gebrannte Mandeln -  als Rosaa.

Hielt mich genau an das Rezept: 200 g Zucker, 1 Päckchen Vanillezucker, 100 ml Wasser, 200 g ganze Mandeln, ein wenig Zimt. Maß sorgsam ab, rührte fleißig konzentriert, hielt mich bürgerlich genau an das Rezept. Dennoch meine 200 g Mandeln wurden anders, sehr krachig, zu stückig, Zerklopfte sie energisch mit dem gusseisernen Fleischklopfer – wie Scarlett, als sie dem Einbrecher kurz entschlossen das Hirn zu Brei zerschoss – wie neulich auf Tara.

P.S.: Doktor Schiwago ist mein zweiter Weihnachtslieblingsfilm – wenn der Doktor in der Eiseskälte die Fensterscheibe einschlägt, um den Schlitten zu sehen, in dem seine von ihm schwangere Allergeliebteste mit dem Scheisskerl  Kamarovsky zuerst im Pferdeschlitten  & danach in der Eisenbahn von ihm wegfährt…

(Bin müde. Morgen ist auch noch ein Tag – vier Tage bis Heiligabend).

;)

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Noch 6 kalte Tage bis Heiligabend…

Samstag, 18. Dezember 2010 21:18

… und die überstehe ich gerne mit meinen neuen, schwer vernünftigen, hellgrauen warmen Puschen aus London.

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7 Tage vor Weihnachten…

Freitag, 17. Dezember 2010 21:45

© Wolfgang Mezger

…eine weisse Kerze ohne Docht.

Sehnsucht wollte der Photograph damit ausdrücken. Ich will Sehnsucht ausdrücken, sagte er -  hielt spontan am Straßenrand an und  & photographierte diesen Begrenzungspfeiler aus Beton…

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8 Tage vor dem 1. Weihnachtsessen…

Donnerstag, 16. Dezember 2010 21:12

Alter Ganter krächzt
besoffen im Gatter
Trauerflor am Flügel
Where have all my geese gone
long time passing -
mir ist speiübel
verflucht sei der Lidl…

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Lieblings-Textstellen – 10 Tage vor Weihnachten…

Mittwoch, 15. Dezember 2010 21:39

Stell dir einmal vor, mein liebster Liebling, dass in den fernen, fernen Zeiten der Elefant keinen Rüssel hatte. Nein, er hatte bloß einen kümmerlichen, kurzen Knollen, schwarz und dick wie ein Stiefel, den er nach rechts und links drehen konnte; aber aufheben konnte er damit nichts

Aus „Das Elefantenkind“ von Rudyard Kipling

Wenn ich daran denke und auf diesen kleinen Adam hier blicke, dann wird er zu jenem unbeschreiblich fernen und freundlichen Stern, und ich seufze wie der alte, verstorbene Priester, und es nützt nichts zu wissen, dass er nur das alte Spielchen spielt: „Vater, ich habe gelogen… Vater, ich habe mein Morgengebet vergessen… Vater, ich hab’ zu meinem Pappi „du Schwein!“ gesagt.“

Aus „Unschuld“ von Sean O’Faolain

Hier ist es“, sagte Eddie. „Warum muss es denn stets Tomatensuppe sein?“ Es ist eine so tiefe Wahrheit, fühlen Sie das nicht? Tomatensuppe ist so grässlich ewig“ … aber als sie Eukas komische Gewohnheit bemerkte, vorn an ihrem Kleiderausschnitt herumzunesteln, wie um etwas hineinzustecken, als hätte sie dort einen kleinen geheimen Vorrat von Nüssen aufgespeichert – da musste sie die Fingernägel in die Handflächen graben, um nicht laut herauszulachen.

Alles  aus  „Seligkeit“ von Katherine Mansfield

& diese Stelle ist meine 15. Dezember-Lieblingsstelle:

Ich muss nächsten Mittwoch um zwölf hin. Ich bin ein Mann von dreiunddreißig Jahren, der sich um einen Job als Zwerg bewirbt.

Aus „Die WeihnachtsLand-Tagebücher“ von David Sedaris

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Lieblings-Textstellen, 11 Tage vor Weihnachten..

Dienstag, 14. Dezember 2010 21:59

… da ich unverehelicht bin, habe ich ein gut Theil meiner Zeit damit ausgefüllt, die charakterlichen Schwächen verheirateter Leute zu notieren, um mich über den Verlust jener höheren Wonnen hinweg zu trösten, welche mir ihrer Meynung nach durch das Verharren in meinem jetzigen Stande entgangen seyen.

Aus: Eines Junggesellen Klage über das Benehmen verheiratheter Leute von Charles Lamb

… wissen Sie, meine Liebe, dass ich für die Smith-Meyers einen Raum entwerfen werde? Ich möchte es am liebsten in einem Brathering-Dekor tun, die Stuhllehnen alle wie Bratpfannen geformt und die Vorhänge ganz mit wundervollen Pommes frites bestickt.“

„Er will ein Stück für mich schreiben. Einakter. Nur eine Person. Ein Mann beschließt, Selbstmord zu begehen. Gibt alle Gründe an, warum er sollte und nicht sollte. Und wenn er sich grade entschlossen hat, es entweder zu tun oder nicht zu tun – Vorhang. Gar keine so schlechte Idee.“ „Wie will er es denn nennen? „Leibschmerzen?“

Aus: Seligkeit von Katherine Mansfield

.. und dann spielt eine Gitarre. Sanft, als zähle Carl die Schamhaare eines Engels mit den Fingerspitzen.

Aus: Menschen, Orte, Fäuste von W. Wondratschek

Er hatte, am Arm seine Mutter, am offenen Grab gestanden, und als sie ihre Rose und ihre Schaufel Erde hinunterwarf, hatte sie leise und mit einem Lächeln, das er noch nie an ihr gesehen hatte, gesagt: „Süßholzstengel.“

Aus: Der letzte Weynfeldt von Martin Suter


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